Mein Wort 2016: Dankbarkeit



Tanja schrieb heute über ihr Wort 2016. Über Vorsätze, die wichtiger als andere sind und darüber, dass sie eine Blogparade dazu machen möchte und uns auffordert unser Wort 2016 vorzustellen.
Schon nachdem ich die ersten Sätze von ihrem Artikel las, wusste ich, welches mein Wort sein würde: Dankbarkeit.

Normalerweise mache ich keine Vorsätze zum Jahreswechsel. Ich halte es ehrlich gesagt für Schwachsinn, sich genau zu diesem Zeitpunkt etwas vorzunehmen, denn meist sind es Dinge, die man eigentlich schon das ganze Jahr über ändern wollte, aber es nicht getan hat. Es sind Dinge, mit denen man im neuen Jahr total motiviert startet und nach spätestens zwei Monaten lässt die Motivation nach und die Vorsätze werden verworfen. Bis zum nächsten Jahreswechsel. Dann landen sie wieder auf der Liste und man ist frustriert, weil man sie schon im Jahr zuvor nicht umsetzen konnte.
Dieses Mal sah ich das etwas anders. In den Monaten November und Dezember meckerte ich wie eine verbitterte Ziege. Über alles. Mein Leben, meinen Job. Vor allem über den Job. Es macht keinen Spaß, es gibt keine Anerkennung und genug Gehalt bekomme ich auch nicht. So ging es eigentlich die ganze Zeit über, bis ich mich sogar selbst nervte. An diesem Zeitpunkt kam das Wort "Dankbarkeit" und wurde mein Vorsatz für das Jahr 2016.

Schaue ich jetzt zurück auf 2015, dann gibt es so vieles wofür ich dankbar bin.

Meine Reisen nach Amsterdam, Norwegen, Portugal, Neuharlingersiel und Juist. Drei neue Länder und zwei neue Orte in Deutschland entdeckt. Noch in 2015 drin war mein Gedanke immer nur mehr, mehr und mehr. Ich will noch mehr neue Orte sehen, ich will noch mehr reisen und ich will vor allem weiter weg reisen. Hmpf. Wieso fliegen alle so weit weg und ich stecke in Europa fest?
Inzwischen bin ich dankbar, dass ich all diese Orte sehen und erleben durfte. Norwegen hat eine so unglaubliche Natur, Amsterdam ein einzigartiges Lebensgefühl. In dieser Art hätte ich das fern von Europa gar nicht finden können und darum war es eine richtige Entscheidung, diese Orte zu bereisen und die Fernreise nochmal nach hinten zu schieben.

All die Konzerte, auf denen ich tanzen, hüpfen und feiern durfte. Ich trauerte im Juni 2015 vor meinem Fernseher, dass ich nicht zu Rock am Ring gefahren bin. War irgendwie auch etwas auf mich sauer, dass ich nicht einfach ein Ticket gekauft hatte und im Zweifel allein hingefahren wäre. Dabei vergaß ich aber all die tollen Momente auf den Einzelkonzerten, die ich vorher erleben durfte, denn viele der Bands bei Rock am Ring sah ich vorher schon auf kleineren Konzerten bzw. hatte schon Tickets dafür in der Schublade liegen. Auch wenn das nächste Festival für 2016 schon geplant ist, könnte es mein letztes sein, denn inzwischen schätze ich die Atmosphäre auf Einzelkonzerten in kleineren Locations sehr.

Meinen Job. Oh, wie sehr ich habe ich in 2015 auf ihn geschimpft. Es gab sehr anstrengende und stressige Phasen, dabei viel zu viel Arbeit und ich wusste oft nicht, wo mir der Kopf stand. Das hat sehr an mir gezehrt und letztendlich zur Entscheidung geführt, sich auf einen anderen Job zu bewerben. Aber gleichzeitig bin ich auch sehr dankbar für meine Arbeit. Ohne sie hätte ich meine beiden Lieblingskolleginnen niemals kennen gelernt, mit denen ich 2015 durch Portugal reiste. Mein Job ist flexibel und bietet mir die Möglichkeit Überstunden abzubummeln, was einer Vielreisenden sehr zu gute kommt. Und wir hatten so viel Spaß in den Mittagspausen mit den Kollegen.

Der neue Job. Die Zusage kam schon in 2015 und ich freue mich wirklich auf meinen neuen Tätigkeitsbereich. Nur diese neue Stadt, die damit in Verbindung steht... ughs... ist Hannover. Anfangs habe ich mich sehr gegen diese Stadt gesträubt, die ich im Vergleich zu Bremen so hässlich finde. Inzwischen bin ich nur noch neugierig. Die Wohnungssuche gestaltet sich bisher katastrophal, aber irgendwo wird man schon unterkommen. Ich habe gegooglet und eine Karte bei GoogleMaps erstellt, in der ich all die Orte markiert habe, die ich mir anschauen möchte, um Hannover kennen und lieben zu lernen. In diesem Moment, bisher ohne neue Butze und ohne Ahnung, was mich erwartet, bin ich dankbar für die Chance nochmal eine Stadt neu kennenzulernen. Es ist wie ein Abenteuer und meine anfängliche Missgunst hat sich durch meine Vorsatz in absolute Neugierde verwandelt.

Das sind nur die Dinge, für die ich dankbar bin, die mit diesem Blog zusammenhängen. Da ist aber auch noch die Dankbarkeit in einem Land wie Deutschland leben zu können, in dem man nicht vor Krieg und Verfolgung flüchten muss. Dankbarkeit dafür, gesund zu sein. Dankbarkeit dafür, eine Familie und Freunde zu haben, die hinter einem stehen. Es gibt so viel Großes, aber auch so viel Kleines für das ich dankbar bin und das ich mir manchmal einfach nur in Erinnerung rufen muss.
Mein Ziel für 2016 ist es dankbar zu sein. Die Situationen zu nehmen wie sie sind, das Beste daraus zu machen und das Gute darin zu sehen. Weniger Energie ins Schimpfen zu stecken und stattdessen Lösungen dafür zu finden oder die Situationen zu vergleichen und festzustellen, dass doch gar nicht alles so mies ist. Gleichzeitig bedeutet das für mich auch, schon in den Momenten dankbar zu sein und die Erkenntnis nicht erst im Nachhinein zu gewinnen; die Momente einfach mehr und vor allem mit mehr Bewusstsein zu genießen.

3 Kommentare:

  1. Erstmal vielen Dank für dein Feedback! Ja das mit der Schrift hab ich auch gemerkt, immer wieder, aber da ich mir bald ein neues Schnittprogramm gönne, wird das dann hoffentlich bald verbessert :) war mir auch erst unsicher ob ich überhaupt Schrift reinmachen soll, aber denke ist besser so um einen Einblick zu bekommen.

    Deinen Text und die Blogparade find ich ja mal super! Ich finde es sehr gut das du so dankbar bist und nicht nur die schlechten Seiten von 2015 siehst und auch was gegen deinen Job getan hast und nun schon einen neuen hast und das auch noch in einer neuen Stadt! Hut ab für den Mut, mehr davon brauchen die Leute!!! :) Ich finde vor allem den letzten Absatz sehr wichtig und gut und hoffe mehr Menschen sind dankbar dafür und meckern weniger darüber!

    Liebste Grüße
    deine Jasmin von nimsajx.blogspot.de

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  2. Mehr Dankbarkeit ist auch eins meiner Ziele für 2016. Wir meckern echt an sooo vielen Dingen herum und vergessen dabei oft, wie viel tolles und schönes es trotzdem in unserem Leben gibt :)

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  3. Oh ja, Dankbarkeit ist auch ein schönen Ziel. Es gibt ja so viel für das man dankbar sein kann, wenn man mal etwas darauf achtet. Ein wunderschönes Jahr wünsch ich, voller Dinge für die Du dankbar sein kannst!

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...Antje, 26 Jahre alt aus Hannover.
Mit dem Rucksack auf dem Rücken und der Kamera in der Hand liebe ich es neue Orte und Gegenden zu entdecken.
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