Konzert & Festival-Rückblick 2015


1. Our Last Night in Hamburg

am 22.05.15 im Headcrash
Das erste Konzert des Jahres 2015 sollte Our Last Night sein. Die Band ist in Deutschland recht unbekannt, aber sie machen echt tolle Musik, so dass wir sogar den weiten Weg nach Hamburg fuhren. Wir kamen auch recht pünktlich in Hamburg an. Das Headcrash ist ein kleiner Club in der Nähe der Reeperbahn. Die Einlasskontrolle war eine Katastrophe. Es dauerte wirklich ewig, so dass wir sogar die Vorband verpassten und nur noch die letzte Hälfte des letzten Liedes zu Hören bekamen. Sehr schade! Das hätte man auf jeden Fall besser organisieren können.
Dadurch, dass wir so lange in der Schlange standen, bekamen wir eines der Bandmitglieder jedoch noch hautnah zu sehen. Der Bandbus parkte direkt vor dem Headcrash und er maschierte einfach an unserer Schlange entlang durch den Eingang hinein.

Die Bühne im Headcrash fand ich deutlich zu niedrig. Wir standen etwas weiter hinten und konnten die Band kaum sehen, weil sie in etwa auf der gleichen Höhe wie das Publikum waren. Die Musik war extrem laut, ich war selten so dankbar über meine Ohropax.
Our Last Night selbst machten eine tolle Show, spielten für mich aber viel zu kurz. Sie kamen nicht mal auf 60 Minuten, was wirklich sehr schade war. Vor allem, weil die Band schon eine Menge Alben rausgebracht hat. Es wäre also noch genug Material da gewesen, dass sie hätten spielen können.

Die Location hat mich wirklich nicht überzeugt und es war einfach viel zu kurz. Sollte es Our Last Night nochmal in meine Nähe verschlagen und sollten sie sich eine andere Location suchen, würde ich aber auf jeden Fall nochmal ein Konzert besuchen.

2. Farin Urlaub in Bremen

am 26.05.15 im Pier2
Ich habe lange, lange gezweifelt, ob ich wirklich zum Konzert von Farib Urlaub gehen soll. Das neue Album war für mich eher enttäuschend, lediglich zwei Lieder mag ich richtig gern. Die Entscheidung fiel dann auch sehr spontan, da ich einen Abend vorher günstig ein Ticket bekommen konnte und da hab ich dann zugeschlagen.
Da von meinen Freunden sonst niemand ein Ticket gekauft hatte, suchte und fand ich noch ein Gruppe netter Menschen, denen ich mich anschließen konnte. So brauchte ich nicht mal allein auf das Konzert.

Es war mein erstes Konzert im Pier2 und ich liebte die Location ab dem ersten Moment. Obwohl wir erst recht spät rein sind, kamen wir noch recht weit nach vorn und warteten gespannt auf den Beginn des Konzerts. Eine Vorband gab es nicht, aber die Band machte so eine Stimmung, dass man die auch gar nicht brauchte. Gerade am Anfang des Konzert kam noch mal richtig Bewegung in die Menge, so dass ich bis nach vorn in Reihe 2 geschoben wurde. Die netten Leute vom Anfang hatte ich schnell verloren, aber wir fanden uns dann später beim Konzert wieder.
Farin Urlaub und sein Racing Team spielten eine tolle Show. Es waren zwar auch einige Lieder dabei, die ich nicht so mag, aber dafür auch viele alte Lieder, die richtig abgingen. Eine richtig tolle Version spielten sie von die "Die Leiche". Leider konnte ich keinen Mitschnitt aus Bremen finden, aber in Siegen spielten sie es auch:



Farin stand ziemlich statisch in der Mitte der Bühne, so dass die Leute am Rand nicht ganz so viel ihm hatten, aber der Rest der Band machte eine super Stimmung, so dass es nicht ganz so schlimm war.
Etwas nervig waren zwei Crowdsurferin, die unglaublich oft über unsere Köpfe weggetragen wurden. Selbst Farin machte sich irgendwann über sie lustig. Grundsätzlich hab ich nichts gegen Crowdsurfer, aber ich glaube die beiden Mädchen waren gar nicht wegen der Musik dort, sondern nur um zu Crowdsurfen. Großen Respekt an die Security, die die beiden regelmäßig aus der Menge fischten.

Insgesamt war es ein tolles Konzert. Toller Sound, gute Stimmung, tolle Location.

3. Rise Against in Bremen

am 03.06.15 im Pier2
Erst hatte ich gar nicht so richtig mitbekommen, dass Rise Against in Bremen spielt, dann überlegt ich noch einen Moment wegen dem Preis und im nächsten Moment war das Konzert auch schon ausverkauft. Nach dem tollen Farin Urlaub Konzert versuchte ich an ein Ticket für Rise Against zu kommen. Dann verkündeten die Donots im Internet, dass sie als Vorband beim Konzert spielen würden. Ab dem Moment war klar: ich musste unbedingt ein Ticket haben!
Ich versuchte mein Glück auf den üblichen Seiten im Internet, fand dann aber tatsächlich jemanden über die Facebookveranstaltung, der noch eine Karte überhatte. Über die Veranstaltung fanden wir uns letzendlich sogar mit fünf Leuten zusammen, die alle allein auf das Konzert gingen, weil niemand aus dem Freundeskreis mit wollte. So schlossen wir uns zusammen und gingen dann gemeinsam hin.

Als erste Vorband spielten Man With A Mission. Die Band sah ziemlich verrückt aus, da bis auf eine Ausnahme jedes Bandmitglied eine große Wolfsmaske auf dem Kopf trug. Die Masken scheinen das Markenzeichen zu sein. Ursprünglich stammt die Band aus Japan, sie spielten aber englische Musik. Die Band ging ziemlich ab, mich hat die Musik aber nicht so mitgenommen.
Dann kamen endlich die Donots auf die Bühne. Ab der ersten Sekunde war die Stimmung perfekt. Sie spielten eine gute Mischung aus alten Songs und einer Auswahl vom neuesten Album "Karacho". Leider haben sie mein Lieblingslied "Calling" nicht gespielt, aber trotzdem war es ein tolles Konzert.
Danach waren dann Rise Against dran. Es war wie erwartet total genial. Durch das ganze Geschubse und Gedrängel stand ich plötzlich in Reihe 3, zwar nicht so mittig wie noch bei Farin Urlaub, aber trotzdem konnte ich super sehen und war echt nah dran. Der Sound war super, die Songauswahl toll. Ein großer Dank an die Security, die in den Pausen vorn Wasser verteilten und mit Spritzpistolen in die Menge zielten. Es war irgendwann echt warm in der Halle und da war die kurze Erfrischung super.

Danke für dieses tolle Konzert, #riseagainst und #donots ! #pier2

Ein von Antje (@rucksackundkamera) gepostetes Foto am



4. Deichbrand in Cuxhaven

16.-19.07.15 - Seeflughafen
Das Deichbrand war seit einigen Jahren endlich wieder das erste größere Festival, das ich besucht habe. In den Vorjahren machten oft Klausurenstress und Prüfungsphasen dicke Striche durch den Festivalsommer, aber jetzt passte endlich wieder alles zusammen und wir fuhren hoch in den Norden nach Cuxhaven. Die Anreise war ehrlich gesagt... total bescheuert. Wir standen ewig im Stau für wenige Kilometer und das, obwohl wir nicht mal zu dem Parkplatz wollten, dem der Stau galt. Es gab leider keinen extra Parkplatz für Green Camper und wir mussten uns nach dem Zeltplatz und dem zugehörigen Parkplatzbereich extra durchfragen, denn dieser war nicht mal ausgeschildert. So fuhren wir nachdem wir den Stau hinter uns gelassen hatten noch eine ganze Weile durch die Pampa, um dann endlich anzukommen. Dort warteten dann lange Schlangen an der Ticketkontrolle auf uns, aber hey, das haben wir dann auch noch geschafft und haben eine weitere Stunde auf unser Bändchen gewartet.
Dann ging es endlich auf den Platz, Zelt aufbauen. Wir bekamen einen Platz auf einem Stoppelfeld. Das war zwar nicht ganz so angenehm zum laufen (vor allem mit FlipFlops) und die Wege zu Sanitär, Wasser und Bühnen war etwas weiter, aber dafür mussten wir nicht so weit vom Parkplatz schleppen.
Das Deichbrand ist deutlich kleiner als meine bisherigen Festivals. Die Bühnen und das Zelt stehen recht nah aneinander. Auf den Bühnen wird abwechselnd gespielt, im Zelt finden parallel Auftritte statt. Für kurze Wege ist dieses Konzept eigentlich ganz nett, aber für den Sound echt störend. Im Zelt verstand man z.B. beim Poetry Slam quasi gar nichts, wenn auf der Bühne daneben eine Band spielte. Gleiches Problem auch bei den kleineren Bands, die im Zelt auftraten. Seeehr schade.
Nun sollte man doch meinen, dass man bei den Hauptbühnen darauf achtet, dass die dort auftretenden Bands nicht gestört werden. Es fand jedoch immer auf der spielfreien Bühne schon der Soundcheck für die nächste Band statt, während auf der anderen ein Act spielte. So hatte man einfach häufig störende Nebengeräusche. Schön war, dass auf den spielfreien Bühnen jeweils per Liveübertragung auf den Leinwänden die Auftritte auf der jeweilig anderen Hauptbühne gezeigt wurden.
Positiv waren die Sanitäranlagen, die gute Stimmung im Green Camp und die moderaten Preise für Festivalpullis und -T-Shirts.
Im nächsten Jahr kommen wir aber aufgrund des kommenden Line-Ups nicht wieder.

5. Rock im Sektor in Düsseldorf

am 05.09.15 in der Esprit Arena
Eigentlich versprach das Line-Up von diesem Tagesfestival Großes. Kraftklub, Broilers und Linkin Park sind schon Hausnummern, für die sich auch der recht hohe Ticketpreis von Rock im Sektor lohnen sollte. Zusätzlich gab es noch zwei kleinere Bands und Fort Minor vorweg.
Der Innenraum war in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt, für die man vorab Tickets erwerben konnte. Der vorderste Bereich war dabei natürlich am teuersten. Laut Vorverkaufsstellen sollte der erste Bereich nochmal in der Mitte geteilt; tatsächlich handelte es sich dabei um einen einheitlichen durchgehenden Bereich.
Kraftklub waren gewohnt genial und sind für mich dieses Jahr auch definitiv die beste Liveband. Die Broilers spielten ihren letzten Auftritt vor der Bandpause und machten auch gut Stimmung. Und dann kam Linkin Park. Ich weiß nicht, was mit dem Publikum plötzlich los war, aber auf einmal bewegte sich da gar nichts mehr. Alles stand statisch auf seinem Platz, kein Gedrängel, kein Geschupse, kein Gehüpfe. Zugegeben, die Songauswahl war auch schon mal besser, aber Linkin Park machte auf der Bühne eigentlich schon Stimmung, nur irgendwie kam die nicht bei den Zuschauern an.
Ich quetschte mich etwas weiter nach vorn, als einige Crowdsurfer über uns drüber kamen und stand irgendwann in nahezu zweiter Reihe direkt vor der Bühne. Ich habe selten auf einem Konzert so viele Fotos gemacht. Normalerweise habe ich immer Angst, dass mir jemand das Handy aus der Hand haut und ich es niemals heile wieder finde und so nutze ich eher die ruhigen Lieder um mal ein Erinnerungsfoto zu schießen. In diesem Fall konnte ich lässig in meiner zweiten Reihe stehen, Fotos machen und wurde nicht mal berührt dabei. So viel Platz hatte ich in einer zweite Reihe auch noch nie.
Für die Stimmung im Publikum war es total schade, vor allem weil ich mich sehr auf das Konzert gefreut hatte. Irgendwann kommt man sich dann doch auch etwas komisch vor, wenn man als Einzige zu den Liedern abgeht und hüpft...


Aufgrund von einer weiteren Messe in Düsseldorf wurde ein Park & Ride System eingerichtet. Mit dem Bus ging es quer durch die Stadt vom Parkplatz hin zur Esprit Arena. Während die Prozedur auf dem Hinweg überhaupt kein Problem darstellte, war die Rückfahrt eine halbe Katastrophe. War ja klar, dass alle Zuschauer nach dem letzten Konzert wieder zum Parkplatz müssen. Es fuhren viel zu wenig Busse, es gab überhaupt keine Ordnung oder Struktur für die Wartenden und die Ordner griffen auch nicht wirklich durch. Hinzu kam, dass sich einer der Busfahrer weigern wollte Rollstuhlfahrer mitzunehmen, weil er dafür im Bus angeblich keinen Platz hätte. Erst nach lautstarken Protesten von uns anderen Wartenden wurden sie dann doch mitgenommen. Passenderweise hatte besagter Busfahrer eigentlich gar keine Ahnung, wo er hinmusste und fing während der Fahrt an mit seinem Handy zu hantieren und startete dort nochmal eben ein Navigationsapp. Auf dem Weg durch die Stadt überfuhr er dann noch zwei rote Ampeln... ich war froh, als ich wieder heil am Parkplatz war.
Sorry liebe Organisatoren, das geht gar nicht!

6. Wingenfelder / Fools Garden / Jylland / Aaron Prüßen in Neuharlingersiel

am 18./19.09.15 im DJH Resort
Es war definitiv eine positive Überraschung. Ich bin mit null Erwartungen nach Neuharlingersiel gefahren; einfach auch deshalb, weil ich die Künstler teilweise nicht mal kannte bzw. einfach nicht höre. Vom Wingenfelder Konzert habe ich hier schon einiges erzählt.
Besonders hinweisen möchte ich hier noch mal auf Aaron Prüßen, der hat nämlich pünktlich zu Weihnachten seine erste CD rausgebracht und ist jetzt auch bei Spotify anzuhören. Zum Glück ist auch "Alles wird gut" veröffentlich worden; das war einer meiner Favoriten in Neuharlingersiel. Wenn ihr also noch nicht wisst, wohin mit dem ganzen Weihnachtsgeld: die CD ist eine Investition wert... ;)
Ohne Titel

Das war mein Konzertjahr 2015. Ich freu mich schon auf das nächste, denn die ersten Tickets liegen schon in meiner Schublade ;)

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...Antje, 26 Jahre alt aus Hannover.
Mit dem Rucksack auf dem Rücken und der Kamera in der Hand liebe ich es neue Orte und Gegenden zu entdecken.
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